Jürgen Okrongli
1949 wurde ich von Hannelore, Erika mitten ins Ruhrgebiet hineingeboren. Da, wo es staubig und voll Kohle war. Zechengebiete bis zum Horizont. Weit und breit nur Malocher (Schwerstarbeiter). In den riesigen Hinterhöfen galt das Recht des Ringkampfes, des Fußballs, des Muts und der Pfiffigkeit. Die Straße und der Hof waren der Personality – Coach.
Ich hatte aber das Glück, dass meine Eltern, sich bis zu dem Tod meines Vaters in 2009, sehr liebten. Das gab mir eine gute Rückendeckung. Mit den Großeltern lebten wir meine ersten 10 Jahre in einer Wohnung. Sie waren aus Masuren, wie alle meine Vorfahren. Ehemalige Bauern. Ein stolzes Volk, dessen mentale Stärke unbeugsam ist. Sie haben nur Führer, wenn sie es erlauben.
Als ich mit 10 Jahren zur weiterführenden Schule ging und meine Eltern gleichzeitig in eine andere Wohnung und in eine “feinere” Gegend zogen, musste ich ganz neu denken: keine alten Freunde mehr, denn die gingen nicht zu einer solchen Schule. Nicht jeden Tag meine geliebten Großeltern.
“Aber,” dachte ich,” ich bin ja jetzt selber groß. Ich war schon über 1.70 m.
Typisch für mein Leben war, dass ich immer gute “Helfer” hatte. Sie standen auf einmal am Wegesrand. Ich erkannte ihre Bedeutung für mich und ließ es zu. Die Allianz aus meinen eigenen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften und das Vorhandensein der “Helfer”, ergab Richtungsänderungen meines Lebens, die mich genau dahin führten, wo ich heute bin. Es war ein unglaublich interessanter Weg mit besonderen Begegnungen und Erfahrungen auf vielen entscheidenden Weggabelungen.
Ich erlebte von 14-19 Jahren, wie es geht, dass man 2 x sitzenbleibt und trotzdem weitermacht, mit 21 heiratet, Vater wird und mit 24 wieder geschieden ist, weiter geht, sich verliebt, unendlich und noch 34 Jahre später mit derselben Frau zusammenlebt, sie liebt. Wie meine Eltern.
Mit all` diesen Erfahrungen auf dem Buckel machte ich von 1971 – 78 Streetwork – Arbeit mit sozial schwachen, kriminalisierten Jugendlichen in der Nordstadt von Dortmund, der großen, typischen Ruhrgebietsmetropole. Ich war ja in ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen, nur mit 10 Jahren, Dank der Weitsicht meiner Eltern und meiner Mithilfe, entkommen.
Ebenfalls in dieser Zeit arbeitete ich mit Kindergruppen aus sozialen Brennpunkten.
1972 – 76 Studium der Sozialpädagogik, FHS Bochum.
Diplom Sozialpädagoge.
1976 – 82 Studium der Psychologie. Ruhr Universität Bochum.
Diplom Psychologe.
Zusatzausbildungen Gruppentherapeut, Coach Autogenes Training,
Klassische Hypnosetherapie.
1982 – heute Eröffnung der eigenen, kassenärztlichen Vertrags – Praxis
zusammen mit meiner Frau. Verhaltenstherapie bei Erwachsenen.
Schwerpunkte: Depressionen, Ängste, Burn Out, Psychosomatik.
1982 – 2001 Gruppentherapien, Workshops und Vorträge zum Thema
“Selbstbewusstsein ist lernbar”. Davon 26 einwöchige Blocktherapien
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Auf Schiermonnikoog/NL.
1981 – 2009 Institutsleiter der gemeinnützigen Bildungseinrichtung DAS HAUS
e.V., mit 106 Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten sozialen
Berufen: Medizin, Psychologie, Heilpädagogik, Kunsttherapie, …
Der Modellgedanke war 1981 erstmalig in Deutschland.
Zu Beginn der 90er Jahre wurden Gruppentherapieteilnehmer und Seminar- teilnehmer zu Exkursionsgruppen in die Niederlande zusammengeschlossen – 12 Jahre lang. Kreuz und quer durch NL. Zuerst mit 20, dann mit 60 Teilnehmern. Menschen aus unserer Region lernten neue, andere Mensch mit ähnlichen Interessen auf diese Art und Weise kennen. Wir hörten auf, weil es das Maß unserer Möglichkeiten überschritt.
1989 Ein ganz besonderes Jahr in unserem Leben. Wir kauften einen halben
Bauernhof auf Schiermonnikoog. Ein Drehkreuz unseres Lebens. Von da an
sind wir jedes Jahr – bis heute – 4 Monate im Jahr auf der Insel. Um das zu
realisieren, verlangt es nach klaren Lebenslinien und “Helfern“.
Unsere Entscheidungen an “Drehkreuzen” hatten immer die Sicherheit
unserer Basis: die Familie und die Praxis, als zeitflexibler Geldmacher.
In mir war natürlich auch die über Jahrhunderte gereifte, masurische Seele mit der Einstellung, mental unverletzbar zu sein. Diese Einstellung hat mich nie verlassen.
Meine Patienten sagen, dass sie das an mir spüren – es gibt ihnen Ruhe und Mut.
Die Nachbarn und neuen Freunde der Insel sprachen so lange niederländisch mit mir, bis ich es konnte – weil ich es wollte. Das, was ich liebe, liebe ich GANZ.
1994 Aus dem Hobby “Drachen fliegen” wird eine journalistische Tätigkeit bei dem
Fachmagazin Sport & Design, drachen – damals die Nr. 2 in Deutschland.
Ich bin 44 Jahre, mein Kopf ist klar, ich bin mutig, entschlossen und sensibel.
Was wollen Herz und Verstand mehr ?!
Ein Jahr später bin ich der zweite Mann und Fachbereichsleiter, weil ich überall` hinging, wo es auch nur nach Drachen roch. Ich kann Euphorie erzeugen, dass es scheppert, schreibe, was das Zeug hält, fotografiere für mein Leben gern und brauche es jetzt sehr, teste Lenkdrachen der ersten Stunde wie jemand, der jeden zweiten Tag Geburtstagsgeschenke bekommt. Meine berufliche Ausbildung und der ganze Background, erleichtert meine journalistische Glaubwürdigkeit. Das Leben ist ein Sinnesrausch mit immer neuen Begegnungen. Boahh, bin ich glücklich ! Einer meiner wichtigen Überzeugungen: “Glück hat man nicht – man muss es können.”
Das Magazin hat Reichweiten um die ganze Welt – ich lerne spannende Menschen kennen. Sie sind gelb, schwarz, weiß, einige grün andere kartiert – ich fühle mich sauwohl ! Als ich mich 2003 vom Magazin nach 9 Jahren trenne, waren wir schon 7 Jahre die Nr. 1 J Gewußt, wie !
2003 Die “Drehscheibe” zeigt eine neue Richtung an: das Internet. Innerhalb von 3
Wochen sichere ich mir ein Team, spreche mit meinen Lieblingssponsoren,
von denen beim Startschuss sofort 15 im Boot sind. Eine neue Idee wird ge-
boren: www.kite-tests.de Ein neues Baby in der Familie. Ich arbeite haut-
Nah an und mit meiner Lust. Hier ist mein Platz, Chef sein zu wollen. Das
Magazin ist unabhängig – nicht fremdgesteuert..
www.kite-tests.de steht in seiner Art weltweit ohne Vergleich:
das ist ….. Wauuuuh! Durchschnittlich 140 000 Seitenaufrufe im Jahr. Gelungen !
Die fachlich gleich gelagerten Printmedien können die Aktualität nicht schaffen.
Juni 2008 Ich komme mit meinem Lieblingsdrachen vom Strand, habe ihm noch
einmal bekunden müssen, das es nur ihn gibt ![]()
Thijs` Eltern sitzen an einer Düne. Die Mutter sagt:”Jürgen, könntest
Du bitte meinem Sohn Thijs ein paar Tennisübungen zeigen – er
unterrichtet gerade einige Insulanergruppen.
Tennis steht für mich gleichwertig neben den Drachen. Ich habe 15 Jahre lang fast 12 Stunden wöchentlich von Mai bis Oktober gespielt, es erst mit 38 Jahren begonnen. Habe Doppelstrategien gelernt. Bin 19 Jahre zum World-Team-Cup nach Düsseldorf gegangen. Mein Ballgefühl war sehr gut, seit meiner Handballerzeit. Es reichte, um im sehr guten Inselturnier 13 x Nr. 2 zu werden. Ich kam ins Fernsehen. Das war ein Rekord. Beim 1. Mal kamen mir Tränen der Enttäuschung, danach war ich verdutzt, erstaunt und nach dem achten Mal stiftete ich Pokale für den zweiten Platz und nahm sie alle mit nach Hause.
Thijs kannte ich nicht, weil er noch nicht lange auf der Insel war. Ich besuchte ihn noch am gleichen Tag auf der Tennisbahn. Mir fiel auf, dass er es mit Handwerkergruppen, Kindern, Frauengruppen … gleichsam verstand, umzugehen.
Meine Augen brauchen nicht lange schauen.
Einen Tag später fragte ich, ob ich ihn fürs Turnier coachen soll. “Ja, es wäre im eine Ehre.” Ich dachte:” Oh, er ist höflich!”
10 Tage späte begann das Turnier. Ich konnte wegen einer Knieverletzung nicht spielen. Er gewann es.
Sein Vater sagte: “Jürgen, ist denn alles Psychologie?” “Nein, Eddie, er kann auch spielen…” Meine Frau lehnte sich zu Thijs` Mutter und flüsterte: “Na, wenn die beiden zusammen sind, dann kann das ja was geben..!”
Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Das weiß ich, denn ich war Messdiener.
Good luck, BEVLOGEN …